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Krise verschärft Wirtschaftsspionage
24.07.2009

München - Wirtschaftsvertreter und Verfassungsschützer warnen: Die Finanzkrise verschärft die Wirtschaftsspionage. Bislang beiffert das Bundesamt für Verfassungsschutz den jährlichen Schaden in Deutschland auf rund 50 Milliarden Euro. Die wahre Zahl liegt allerdings tief im Dunkeln und dürfte nun um einiges höher liegen.
Ob ausländische Nachrichtendienste, falschspielende Mitarbeiter oder kriminelle Konkurrenten - die weltweite Krise setzt einen Teufelskreis in Gang, der das Thema Daten- und Ideenklau enorm zuspitzt. "Wenn Umsätze und Gewinne einbrechen, verschärft sich der Wettbewerb", sagt IHK-Geschäftsführer Peter Driessen.
Um in dieser Situation zu überleben, sei so manchem manches Mittel recht. Anstatt eigenes Geld in die Entwicklung zu stecken, bedient man sich beim Konkurrenten und kommt so illegal, aber kostengünstig zu neuen Ideen.
Ein weiteres krisenbedingtes Gefahrenpotenzial: Mitarbeiter, die derzeit zu Tausenden unmittelbar vor der Kündigung stehen: "Es besteht hier die latente Versuchung, Wissen zu Geld zu machen", sagt Driessen. Aus bislang loyalen Angestellten werden "Krisen-Täter". Diesen Negativ-Trend bestätigt auch das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz, dessen Leiter der Spionageabwehr, Rudolf Proschko, von einer steigenden "Mitnahmequalität" spricht. Angeheizt wird das Spionagethema durch Staaten wie die Volksrepublik China oder Russland, deren Nachrichtendienste fleißig auf Informationsfang gehen. Von diesen beiden Ländern gehe derzeit die größte Gefahr aus, betont Pronschko. "Russland versteht Wirtschaftsspionage als Konjunkturprogramm" sagt er. Und bei neun von zehn Hinweisen aus der Industrie gehe es Richtung China.






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